juris Nachrichten

  • Die wichtigsten Entscheidungen
  • Gesetzesentwicklungen und -vorhaben
  • Tagesaktuelle Auswahl der juris Redaktion

Die juris Nachrichten App jetzt gratis herunterladen

Login
Gericht/Institution:VG Oldenburg (Oldenburg)
Erscheinungsdatum:07.02.2020
Entscheidungsdatum:07.02.2020
Aktenzeichen:4 B 3642/19
Quelle:juris Logo

Denkmalschutz für Wallkino: Anordnungen der Stadt Oldenburg rechtmäßig

 

Das VG Oldenburg hat entschieden, dass die denkmalschutzrechtlichen Anordnungen der Stadt Oldenburg zum Erhalt des früheren "Wallkinos" rechtmäßig sind.

Der Eigentümer des "Wallkinos" (Heiligengeistwall 3) in Oldenburg stellte einen Antrag auf Gewährung vorläufigen Rechtsschutzes gegen eine denkmalschutzrechtliche Verfügung zur Sicherung des Gebäudes. Der Eigentümer streitet mit der Stadt Oldenburg um die Frage, ob und inwieweit das Gebäude nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz geschützt ist. Im Frühjahr 2019 stellte die Stadt Oldenburg u.a. fest, dass Wasser in einem Teil des Souterrains des früheren Kinos steht und ordnete unter Anordnung der sofortigen Vollziehung zur Verhinderung weiterer Schäden die Trockenlegung der Räume und Sicherung der Fenster zum Schutz gegen eindringendes Wasser an. Der Eigentümer ist der Ansicht, dass das "Wallkino" kein schützenswertes Denkmal ist.

Das VG Oldenburg hat den Antrag abgelehnt.

Nach der fachkundigen und für das Verwaltungsgericht nachvollziehbaren Einschätzung des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalschutz besteht ein Denkmalwert von öffentlichem Interesse. Das frühere "Wallkino" sei nicht nur das älteste Kinogebäude der Stadt, sondern wohl auch eines der ältesten bis 2007 noch ununterbrochen bespielten Kinos. Erbaut worden sei es in den Jahren 1913/14 als seinerzeit modernstes Lichtspiel-Theater Nordwestdeutschlands. Das Gebäude weise u.a. aufgrund seiner Außen- und Innenarchitektur, der Fassade, der Raumstruktur und auch im Hinblick auf verbliebenes Inventar kino- bzw. baugeschichtliche Bedeutung auf. Das "Wallkino" veranschauliche in besonderer Weise die historischen Entwicklungen.

Der im Gebäude teilweise einsetzende Zerfall lasse den Denkmalschutz nicht entfallen. Der Eigentümer sei nach dem Niedersächsischen Denkmalschutzgesetz zu Instandsetzungs- und Erhaltungsmaßnahmen verpflichtet. Das im Souterrain/Keller des Gebäudes stehende Wasser beschädige das Mauerwerk und gefährde damit die Substanz des gesamten Gebäudes. Das Einschreiten durch die Denkmalschutzbehörde zum Erhalt des Gebäudes sei dringend erforderlich.

Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des VG Oldenburg v. 07.02.2020



Zur Nachrichten-Übersichtsseite